Änderungen in der Neubauförderrichtlinie 2012

Änderungen in der Wohnbauförderung
Von Dipl.-Ing. Dr. Eckart Drössler, Leiter der Energieberatung und Qualitätssicherung zur Wohnbauförderung Energieinstitut Vorarlberg

Mit 1.1.2012 wurden die neuen Wohnbauförderungsrichtlinien in Kraft gesetzt. Gegenüber dem Vorjahr gibt es nur wenige Änderungen, diese sind aber wesentlich und wichtig. Dabei sind Neubau und Sanierung getrennt zu betrachten, es gibt zwei gesonderte Richtlinien.

Die wesentlichen Änderungen in der Neubauförderrichtlinie 2012

Voraussetzung für die Einreichung ist die Vollständigkeit des Antrags, dies gilt insbesondere für die Baubewilligung. Liegt keine Baubewilligung vor, kann das Projekt nicht gefördert werden und der Antrag wird daher auch nicht angenommen.

Die Wohnungskosten bzw. Verkaufspreise wurden angepasst und hinauf in den einzelnen Förderkategorien im Durchschnitt um 7% hinauf gesetzt.

In der Definition der innovativen klimarelevanten Heizsysteme wurde die Kombination des Heizsystems mit einer thermischen Solaranlage zur Pflicht mit nur einer Ausnahmemöglichkeit – zu geringer Sonneneinstrahlung. Bei Wärmepumpensystemen kann die thermische Solaranlage durch eine Photovoltaikanlage ersetzt werden.

Für Neubauten mit Ölheizungen wird keine Wohnbauförderung mehr gewährt.

Die Haushalts-Einkommensgrenzen wurden um durchschnittlich viereinhalb Prozent hinauf gesetzt.

Die Förderstufen 1 und 2 wurden zu einer Basisförderung zusammengefasst. Diese Förderstufe muss nun keine Maßnahmen des ökologischen Maßnahmenkatalogs mehr erfüllen, sehr wohl aber die neue Heizwärmebedarfsgrenze unterschreiten und über ein innovatives klimarelevantes Heizsystem verfügen.

Die neue Heizwärmebedarfsgrenze liegt bei 36 kWh/m²a für Gebäude mit einem Oberflächen-Volumenverhältnis von 0,8 oder darüber (Einfamilienhäuser). Für mittlere Wohnanlagen (Oberflächen-Volumenverhältnis von ca. 0,5) liegt diese Grenze bei 29,4 kWh/m²a. Kleinen Gebäuden der Basisstufe und Förderstufe 3 (mit einem Oberflächen-Volumenverhältnis größer 0,8) wurde ein „Solarbonus“ eingeräumt: Wird eine Solaranlage installiert, die einen Heizungsbeitrag von mindestens 15% liefert, darf die Heizwärmebedarfsgrenze um 10% überschritten werden.

Die Förderhöhe der Stufe „Basis“ entspricht dem Mittelwert der alten Stufen 1 und 2, alle anderen Fördersätze sind gleich geblieben.

Wird auf bereits bebautem Grundstück gebaut (Nachverdichtung) oder wird ein altes Gebäude ersetzt (Ersatzneubau) werden die Fördersätze um 10% erhöht.

Die Lüftungsförderung wird in 2012 letztmalig in derselben Höhe wie im Jahr zuvor ausbezahlt. Diese Förderung endet mit 31.12. definitiv. Will man sie in Anspruch nehmen, muss das Gebäude bis 31.12. fertig gestellt sein und Rechnung und Luftdichtetest müssen vorliegen.

Die Rückzahlungskonditionen und Laufzeiten sind in allen Förderstufen unverändert geblieben.

Die wesentlichen Änderungen in der Wohnhaussanierungsrichtlinie 2012

Die Anträge werden ebenfalls nur angenommen, wenn sie vollständig sind, dies gilt insbesondere für Baubewilligung, Angebote, U-Wertberechnungen, Energieausweise und Gebäudeausweis, bei Mehrwohnungshäusern der Beschluss der Eigentümergemeinschaft.

Als anerkannte Sanierungskosten gelten die Rechnungen für Sanierungen der Außenwand, der Fenster, des Daches oder der obersten Geschossdecke, der untersten Geschossdecke oder Bodenplatte. Eine Sanierung ist nur förderwürdig, wenn dabei thermische Verbesserungen im genannten Ausmaß erzielt werden.

Sanierungen der Haustechnik (Kesseltausch gegen Gasbrennwertsystem, Lüftung, Elektroanlage, Wasserinstallation, nachträglicher Lifteinbau) sind nur förderwürdig, wenn zugleich die thermische Hülle entsprechend verbessert wird.

Ölkessel werden nicht mehr gefördert, Gasbrennwertsysteme nur in Kombination mit einer Solaranlage, und wenn keine Möglichkeit zum Anschluss an ein Fernwärmenetz besteht.

Biomasseheizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen werden nicht mehr in den Wohnbauförderungsrichtlinien sondern in der Energieförderrichtlinie gefördert.

Die Richtlinien im Originaltext und weitere Informationen sind zu finden unter:
www.vorarlberg.at
www.baubook.at

Fragen zu den personenbezogenen Fördervoraussetzungen beantwortet das Informationszentrum der Wohnbauförderung unter 05574 – 511 – 8080, Fragen zu den technischen Fördervoraussetzungen die Abteilung Energieberatung im Energieinstitut Vorarlberg unter 05572 – 31202 – 75.

Viele Gemeinden bieten Energieberatungsstunden an, nähere Informationen sind hier: www.energieinstitut.at

Dipl.-Ing. Dr. Eckart Drössler
Leiter der Energieberatung und Qualitätssicherung zur Wohnbauförderung Energieinstitut Vorarlberg
E-Mail

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